Startseite Service News Duisburger Erklärung des Landessportbundes NRW und seiner Mitgliedsorganisationen anlässlich des Forums "NRW bewegt seine Kinder" am 24.06.2010 in Duisburg

Duisburger Erklärung des Landessportbundes NRW und seiner Mitgliedsorganisationen anlässlich des Forums "NRW bewegt seine Kinder" am 24.06.2010 in Duisburg

25. Juni 2010

Ausgangslage

Nur eine Gesellschaft, die eine Kinderwelt als Bewegungswelt garantiert, ist zukunftsfähig!
Dies gilt auch für die Lebenswelt von Jugendlichen!
Der Gesundheitszustand und die motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten vieler Kinder und Jugendlicher haben sich in den letzten Jahren massiv verschlechtert. Übergewicht, Bewegungsmangel und Verhaltensauffälligkeiten sind gesellschaftliche Probleme. Gleichzeitig erschweren die Veränderungen in Kindertageseinrichtungen und Schulen (Ganztag) den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu den Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten der Sportvereine. Eine Kompensation durch mehr Sportunterricht in der Schule ist nicht gegeben, nachmittägliche Bewegungsangebote werden nicht flächendeckend angeboten und werden vielfach von fachfremden Kräften angeleitet.
Um diesen Zustand zu verbessern und die durch zahlreiche Studien belegte positive Auswirkung eines ausreichenden Bewegungsangebotes auf den Bildungsprozess von Kindern und Jugendlichen zu nutzen, muss jetzt schnell, konsequent und flächendeckend gehandelt werden. Kooperationen von Sportvereinen mit Kindertagesstätten und Schulen bei Bewegung, Spiel und Sport müssen in Nordrhein-Westfalen zur Selbstverständlichkeit werden. Landessportbund/Sportjugend NRW und die Fachverbände und Bünde starten deshalb das Programm "NRW bewegt seine Kinder - Bewegte Kindheit und Jugend in Nordrhein-Westfalen", damit das "Grundrecht" auf Bewegung für alle Kinder und Jugendlichen realisiert wird.

Leitziele und Handlungsfelder

• Allen Kindern und Jugendlichen vom Kleinkind- und Vorschulalter bis zum Ende der weiterführenden Schule wird Bewegung, Spiel und Sport in ausreichendem Umfang ermöglicht und damit ein Beitrag zur umfassenden Bildung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen geleistet.
• Durch strukturell verankerte Kooperationen von Sportvereinen mit den örtlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wird gleichzeitig die Zukunft des gemeinwohlorientierten Kinder- und Jugendsports in den Vereinen gesichert und damit die Zivilgesellschaft gestärkt.

Das Programm setzt in vier Handlungsfeldern an.
• Die Kooperation von Sportvereinen mit Kindertagesstätten / Kinder-tagespflege soll weiter entwickelt und ausgebaut werden.
• Sportbezogene Angebote im außerunterrichtlichen Schulsport / Ganztag sollen in enger Zusammenarbeit mit den Sportvereinen durchgeführt werden.
• Die Angebote der sportlichen und außersportlichen Kinder- und Jugendarbeit in den Sportvereinen sollen ausgebaut werden.
• Für die örtliche Umsetzung und Steuerung des Programms soll die bildungsbezogene kommunale Entwicklungsplanung / Netzwerk-arbeit neben Schule und Jugendhilfe um den Sport erweitert und der Sport als kommunaler Bildungspartner etabliert werden.

Positionierung des gemeinnützigen Sports

Landessportbund/Sportjugend, die Sportfachverbände und Bünde in Nordrhein-Westfalen stimmen darin überein, dass die benannten Hand-lungsfelder existentielle Schwerpunkte der Kinder- und Jugendsportentwicklung darstellen. Diese Schwerpunkte werden wir mit unseren vielfältigen Möglichkeiten zusammen angehen, um das Programm "NRW bewegt seine Kinder" umzusetzen. Als anerkannter Bildungspartner und Anwalt für Bewegung, Spiel und Sport setzen wir dabei auf eine vertrauensvolle und gemeinsam gestaltete Zusammenarbeit mit den örtlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen.

Aufruf des Forums

Für eine flächendeckende Umsetzung des Programms benötigt der organisierte Sport die breite Unterstützung der Landespolitik und der Landesregierung NRW und hier insbesondere die Sicherstellung von Bewegungs-, Spiel und Sportangeboten in Sportverein, Schulen und Kindertageseinrichtungen durch eine Finanzierung aus Bildungsmitteln. Gleichermaßen sind die Bezirksregierungen, die kommunalen Spitzenverbände, alle Kommunen und Trägerorganisationen in Nordrhein-Westfalen aufgerufen, das Programm zu fördern. Im Sinne einer Zukunftssicherung durch breite Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen fordern wir außerdem alle Unternehmen auf, die oben beschriebenen Ziele lokal, regional oder landesweit zu unterstützen.

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