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Fit in Dortmund

Offener Brief an Herrn Oberbürgermeister Dr. Langemeyer

06.02.2009

Der folgende Brief möchte auf die dringend benötigten Investitionen in die Infrastruktur des Sports hinweisen und die nicht zuletzt damit verbundenen Möglichkeiten, die Bildung der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen deutlich zu verbessern.
Die Chance den jahrelangen Investitionsstau im Dortmunder Sport aufzuarbeiten, darf auf keinen Fall verpasst werden, denn damit würde in Kauf genommen, eine wesentliche Stütze unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens dauerhaft zu schwächen.

Konjunkturprogramm II - Umsetzung eines kommunalen Investitionsprogramms -

Sehr geehrter Herr Dr. Langemeyer,

den verschiedensten Presseveröffentlichungen konnten wir erfreulicherweise entnehmen, dass der Stadt Dortmund im Rahmen des o. g. Programms insgesamt rd. 78 Mio. Euro zugewiesen werden. Als Investitionsschwerpunkte sollen für " Bildung " 43,2 Mio. Euro und für " Infrastruktur " 34,7 Mio. Euro festgelegt worden sein.

Bei der Planung der verschiedenen Einzelmaßnahmen bitten wir dringend darum, auf die Verbesserung des Sportstättenangebotes in unserer Stadt für die Schulkinder, die Mitglieder der Sportvereine und die übrigen Sportinteressierten ein besonderes Augenmerk zu richten. Hierzu schlagen wir folgende Maßnahmen vor:

Sanierung der Sporthallen

Leider mussten wiederholt Sporthallen gesperrt und damit Meisterschaftsspiele und der planmäßige Trainingsbetrieb wegen baulicher und technischer Mängel ( Wasserschäden, Heizungsausfall ) abgebrochen bzw. abgesagt werden. Dies war Vereinen aus anderen Städten logischerweise nur schwer vermittelbar. In gleicher Weise war natürlich auch die Durchführung des Schulsportes betroffen. In Abstimmung zwischen der Immobilienwirtschaft, der Sportverwaltung und dem Hallenausschuss des StadtSportBund Dortmund ist ein Sanierungsprogramm entwickelt worden, das wegen der Finanzierbarkeit zeitlich " gestreckt " wurde. Wegen der äußersten Dringlichkeit und zur Sicherstellung eines planmäßigen Schul- und Vereinssportes halten wir eine kurzfristige Umsetzung des erwähnten Sanierungsprogramms für dringend erforderlich.

Sanierung von Turn- und Gymnastikhallen

Ebenfalls in Abstimmung zwischen der Immobilienwirtschaft und der Sportverwaltung sind die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen für den Bereich der Turn- und Gymnastikhallen ermittelt worden. Ein Maßnahmenprogramm ist bisher wegen der nicht zur Verfügung stehenden Finanzmittel nicht aufgestellt worden. Wir halten aus den oben genannten Gründen auch für diesen Bereich die kurzfristige Sanierung zur Sicherung des Schul- und Vereinssportes für dringend erforderlich.

Sanierung von Sportplatzanlagen

Durch die vom Land gewährte " Sportpauschale " konnte der wegen fehlender Haushaltmittel aufgelaufene erhebliche Sanierungsstau bei den Sportplatzanlagen zu einem geringen Teil abgebaut werden. Gleichwohl ist festzustellen, dass der sportfunktionale Zustand eines großen Teils der Anlagen insgesamt sehr schlecht ist. Dies trifft sowohl für die Sportplätze als auch für die leichtathletischen Anlagen zu. In diesen Bereichen besteht dringender Sanierungsbedarf, der nach seiner Realisierung eine Verbesserung des Sportangebotes für den Schulsport, den Vereinssport und für die übrigen sportinteressierten Bürgerinnen und Bürger unser Stadt bedeuten würde.
Zur Beseitigung des erheblichen Mangels schlagen wir vor, das " Kunstrasenprogramm " der Sport- und Freizeitbetriebe kurzfristiger als bisher geplant umzusetzen. Des Weiteren halten wir es für dringend erforderlich, das erwähnte Programm um die Sportanlagen zu erweitern, die dringend einer Sanierung bedürfen. Dabei ist es uns bewusst, dass einer Sanierung von Tennensportplätzen wegen der bekannten Materialprobleme perspektivisch nicht mehr der Vorrang eingeräumt werden sollte.

Hallenbäder

Die Ausstattung unserer Stadt mit Hallenbädern ist im Vergleich zu anderen Städten außerordentlich gut. Leider sind, bedingt durch das Alter dieser Einrichtungen, umfangreiche bauliche Mängel festzustellen. Auch die " Technik " entspricht nicht mehr neuzeitlichen Ansprüchen. Gerade in diesem Bereich besteht hinsichtlich des Energieverbrauchs ein erhebliches Einsparpotenzial. Wir schlagen vor, das inzwischen angelaufene Programm der Hallenbadsanierung ( Hb Lütgendortmund) deutlich zu beschleunigen, um so kurzfristig eine Verbesserung, die allen Dortmunder Bevölkerungskreisen zugute kommt, erreichen zu können.

Wir bitten Sie sehr herzlich, bei der anstehenden Entscheidung über die Durchführung von Einzelmaßnahmen unsere Wünsche und Hinweise zu würdigen. Dies würde auch in der Öffentlichkeit deutlich machen, dass Rat und Verwaltung bei sich bietenden finanziellen Möglichkeiten alles veranlassen, um den Anspruch, Sportstadt zu sein, nachhaltig zu untermauern.

Dabei möchten wir nicht unerwähnt lassen, dass wir die Interessen von 585 Sportvereinen mit rd. 145.000 Mitgliedern vertreten. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die gleiche Anzahl der in den Sportvereinen organisierten Mitglieder außerhalb von Sportvereinen Sport treiben oder zumindest dem Sport in ihrer Stadt äußerst interessiert gegenüber stehen. Für unsere Stadt bedeutet dies, dass rd. 50 % der Dortmunder Bevölkerung einen engeren Bezug zum Sport haben. Dies sollte bei der Entscheidung über die Durchführung von Einzelmaßnahmen sicherlich beachtet werden.

Selbstverständlich ist der Vorstand des StadtSportBund Dortmund gemeinsam mit den betroffenen Fachschaften gern bereit, den verantwortlichen Bereichen bzw. Gremien der Stadt Dortmund bei der Entscheidungsfindung und der organisatorischen Umsetzung hinsichtlich des betroffenen Vereinssportes der hoffentlich umfangreichen Maßnahmen zur Verfügung zu stehen.

Mit freundlichen Grüßen

StadtSportBund Dortmund e. V.
Jörg Rüppel
Vorsitzender des Vorstandes