Der Vorstandsvorsitzende des StadtSportBund Dortmund Jörg Rüppel hatte eingeladen und mehr als 100 Funktionsträger aus den Sportvereinen waren gekommen, um mit den Oberbürgermeister-Kandidaten Ullrich Sierau (SPD), Mario Krüger (Grüne), Joachim Pohlmann (CDU/FDP) und Helmut Manz (Die Linke) Fragen zum organisierten Sport in Dortmund zu diskutieren. Frau Bürgermeisterin Birgit Jörder, Herr Kultur- und Sportdezernent Jörg Stüdemann und der Sportdirektor der Sport- und Freizeitbetriebe Dieter Krause waren als Ehrengäste ebenfalls der Einladung des SSB gefolgt. Stellvertretend für 530 Sportvereine mit rund 150.000 Mitgliedern galt es, den OB-Kandidaten auf den Zahn zu fühlen. Alexandra Wiemer, Moderatorin von Radio 91.2, führte gekonnt durch den Abend. Eine gelungene Veranstaltung, die in den kostenlos zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten des CJD Dortmund stattfand, brachte einige klare Aussagen der Politiker hervor.
Einheitlich haben alle vier eingeladenen Kandidaten die Einführung einer Sportstättennutzungsgebühr ausgeschlossen. Ein klares „Ja“ gab es auch für die Gründung einer Sportstiftung und die Unterstützung dieser durch den künftigen Oberbürgermeister. Die Satzung der Sportstiftung Dortmund hat der StadtSportBund bereits fertig in der Schublade. Vom neuen Oberbürgermeister wird die grundsätzliche Unterstützung und die Einladung potenzieller Stifter zur Gründungsversammlung erwartet.
Zum Bau der Großsporthalle gab es unterschiedliche Aussagen. Mario Krüger lehnte den Bau einer Großsporthalle mit ca. 3000 Zuschauerplätzen kategorisch ab, „… angesichts der Haushaltslage finanziell nicht darstellbar“.
Joachim Pohlmann erachtete das Projekt innerhalb der nächsten sechs Jahre nicht für realisierbar. Zumindest dann nicht, wenn nicht private Investoren in ein Gesamtkonzept integriert werden können.
Ullrich Sierau könnte sich eine Großsporthalle vorstellen gab aber zu bedenken, dabei die Breite des Sports nicht aus den Augen zu verlieren und genau den Wert abzuschätzen.
Es wurde aus dem Auditorium noch mal eindeutig festgestellt, dass Dortmund für die allermeisten Sportarten keine einzige Sporthalle hat, die sich für nationale oder internationale Wettkämpfe eignet. Ein Umstand, der es sehr schwer macht, Spitzensport in Dortmund zu präsentieren und damit auch viele Kinder für den Sport zu begeistern. Die kommerziell betriebenen Hallen der Westfalenhallen GmbH sind für die meisten Sportarten nicht finanzierbar.
„Sind wir noch Sportstadt in Dortmund?“, war ebenfalls eine Frage des Abends, die unterschiedlich bewertet wurde. Für Joachim Pohlmann ist Dortmund eindeutig keine Sportstadt mehr, weil es kaum noch Spitzensport gibt. Ullrich Sierau fasste den Begriff etwas weiter und bezieht die allgemeine Sportbegeisterung in Dortmund, den Breitensport und die vorhandenen Sportmöglichkeiten in sein „Ja wir sind Sportstadt“ mit ein.
Der StadtSportBund Dortmund bedankt sich bei Radio 91.2 und dem CJD Dortmund für die Unterstützung dieser Veranstaltung.